Viele Menschen wollen ihre gewohnte Umgebung auch bei einsetzender Pflegebedürftigkeit nicht verlassen, denn das, oftmals selbst errichtete, Eigenheim ist zumeist mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Dort fühlen sie sich sicher und geborgen. Deshalb leben rund 90 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher auch jenseits ihres 60. Geburtstages weiterhin in den eigenen vier Wänden. Wer daheim gut betreut wird, bleibt außerdem gesünder und lebt länger. Selbstständige Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer, Vermittlungsagenturen und die WKNÖ sind das verlässliche Sicherheitsnetz für alle, die Betreuung zuhause benötigen. Ihre Zuwendung vertreibt Isolation und Hilflosigkeit – 1 bis 24 Stunden am Tag. Um dennoch auftretende Gefahrenquellen zu vermeiden oder zu minimieren, haben wir einige Tipps für sicheres Wohnen bis ins hohe Alter:

Stolperquellen entfernen

Seniorinnen und Senioren sind oft sehr vorsichtig, dennoch verunfallen sie häufiger als andere Altersgruppen. Stürze sind hierbei die häufigste Unfallursache. Das Beseitigen von potentiellen Gefahrenquellen ist deshalb besonders wichtig um die Gesundheit langfristig zu erhalten. Bereits durch einfache Veränderungen in der Wohnumgebung können ein Viertel der Stürze verhindert werden. Denken Sie an Ihr Wohnumfeld und versuchen Sie sich zu erinnern wo Sie bereits einmal tatsächlich oder fast gestolpert sind. Entfernen beziehungsweise fixieren Sie herumliegende Kabel, verwenden Sie Rutschunterlagen für lose Teppiche oder kleben Sie diese mit doppelseitigem Klebeband am Boden fest. Auch herumliegende Gegenstände können zu Stolperfallen werden. Versuchen Sie deshalb, Ordnung zu halten.

Badezimmer rutschfest machen

Im Badezimmer lauern besonders viele potentielle Gefahren. Wärme und Feuchtigkeit können nicht nur zu Schwindel und Kreislaufproblemen sondern auch zu Rutschgefahr führen. Dieser kann jedoch einfach vorgebeugt werden: mit Gummimatten und Saugnäpfen in Dusche und Badewanne. Neigen Sie zu Schwindel oder fühlen sich nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen können Duschhocker oder Duschstühle für ein komfortables und sicheres Duscherlebnis sorgen. Auch bei Badezimmerteppichen sollte darauf geachtet werden, dass sie an der Unterseite rutschfest sind.

Für ausreichend Beleuchtung sorgen

Auch Einschränkungen beim Sehen können in den eigenen vier Wänden zu Unfällen führen und lassen sich einfach vermeiden. Sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung in Vorraum, Küche, Badezimmer und Co.

Situationen mit Unfallpotential vermeiden

Das Wechseln einer Glühbirne oder das Abnehmen beziehungsweise Aufhängen von Vorhängen kann zu Unfällen führen, wenn Sie nicht mehr sicher auf den Beinen sind oder mit Schwindelgefühlen kämpfen. Steigen Sie nicht auf Leitern, lassen Sie sich helfen!

Vorsorglich barrierefrei bauen oder sanieren

Ihre Kinder ziehen gerade aus oder Sie wünschen sich bereits seit Jahren ein neues Badezimmer? Denken Sie bereits vorsorglich daran, so zu bauen oder zu sanieren, dass die Räumlichkeiten auch mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl zu nutzen sind. Denn je besser Sie beim Bauen oder Sanieren planen desto länger ist das Eigenheim später nutzbar. Rutschfeste Fliesen und Vorhangstangen, die Sie herunterlassen können, erhöhen den Wohnkomfort zudem bereits in jüngeren Jahren. Worauf sollten Sie achten, wenn es um barrierefreies beziehungsweise altersgerechtes Wohnen geht? Hier finden Sie die wichtigsten Punkte:

Barrierefreies Wohnen:

  • Barrierefreier Zugang zum Lift
  • Schwellenfreier Zugang zu allen Räumen
  • Türen sollten mindestens 90 cm breit sein
  • Lichtschalter sollten in 80 bis 100 cm Höhe angebracht werden
  • Steckdosen sollten in mindestens 40 cm Höhe sein
  • Ausreichend blendungsfreie Beleuchtung in allen Räumen
  • Schwellenfreier Zugang zur Dusche oder abgeschrägter Duschablauf

Zuschüsse und Förderungen für den Umbau

Neben der Wertsteigerung, die eine Sanierung mit sich bringt, wird der Umbau von Seniorenwohnungen zudem von allen Bundesländern gefördert. Nähere Informationen dazu finden Sie hier:

Weiterführende Links


Handbuch für barrierefreies Wohnen
Zuschuss für behindertengerechte Wohnungsumbauten